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TRABAJO PARA LA ASIGNATURA

"GESCHICHTE DER ARCHITEKTUR"

FRITZ HÖGER UND DAS CHILEHAUS

EXPRESSIONISMUS

  Der Begriff  Expressionismus wurde in 1911 im Zusammenhang von Van Gogh und Matisse geprägt. Benutzt für alle fortschrittlichen künstlerischen Richtungen dieser Zeit, inzwischen ist diese zunächst sehr weit gefaßte Bezeichnung zum Stilbegriff für jene spezifisch nordische Kunst geworden, der es nicht um den sinnlichen oder dekorativin Eindruck der bloßen Erscheinung geht, sondern die sich um die seelischen, geistige oder auch soziale Analyse bemüht.

 

Eingeflossen von den Werken von Freud und Kafka, die Themen der Expressionisten waren alle Probleme des anbrechenden Industriezeitalters, die Vermassung einerseits und die Vereinsamung des Individums andererseits, und zwar in Sinne direkt vorgetragener Gesellschaftskritik, sozialer Anklage oder  auch in Sinne eines resignierendes Zivilisationpessimismus. Oft nationalistisch gesinnt, nahmen sie eine selbstbewußte antifranzösische Haltung ein. Für sie  war primitive Kunst in erste Linie eine emotionale und geistige Erfahrung.

 

Die Expressionisten fühlten sich aufgerufen, ihre Angst, Frustation und Ärger vor der modernen Welt zu bekennen. Diese Unsicherheit und innere Widerspruche findeten in dieser Zeit in der Literatur wichtige Protagonisten wie Tolstoy und Sostoyewski in Rußland, Hausmann und Björson in Schweden oder Gerhart Hauptmann in Deutschland, die das Bild eines Wesen zeichneten, das den Kräften der Natur  und den Gesetzen der Gesellschaft ausgeliefert ist.

 

In der Malerei waren sie von kunstlern wie die spätmittelarterlichen Meistern des Nordens (Grünwald, Baldung Grien) im Barock bei Frans Hals und Rembrandt, später auch bei dem Spanier Francisco de Goya, eingeflossen. Und vor allen war Van Gogh ihr Meister.

 

Die Gesellschaftskritik äußert sich bei den deutschen Espressionisten in einen wachschende Unbehagen an den traditionbewußten Kultur- und Bildungsinstitutionen, die im Dienst dieser Gesellschaft stehen. Aus Protest gegen den offiziellen Kunstbetriebe schließen sich die Künstler zu Interessengemeinschaften zusammen, sie sich zu  Sammelbecken aller fortschrittlichen und revolutionären Kräften entwickelten.

 

 Eine der bedeutesten Gruppen ist die 1905 in Dresden gegründete “Brücke”, deren Mitglieder Kirchner, Bleyl, Heckel und Schmidt- Rottluff, ohne je eine Akademie besucht zu haben, den deutschen Expressionismus begründen. Durch intenssive Farbgebung und Deformierung des Gegenständlichen, gelegentlich auch durch Verzerrung, wollen sie zu übersteigeter Ausdruckskraft kommen. Das Kunstwerk soll nicht dem ästhetischen Genuß, sondern dem elementaren Erlebnis dienen. Sie fanden die Anregungen nicht in der modernen Kunst Frankreichs, sondern in der des Mittelalters mit ihren unrealistischen Figurationen und Farbklängen, aber auch in den groben Bildwerken der Primitivvölker und in der Volkkunst. Die Entdeckung des ausdruckstarken Negerplastik als Zeugnis eines elementaren, von der abendländischen Kultur unabhängigen Gestaltungwillen datiert aus dieser Zeit.

 

Andere wichtige Vertreter des Expressionismus waren auch Munch, Kokoschka, Beckman, Nolde oder die in München 1912 entstandenne Gruppe “Der Blaue Reiter”, von der Kandinsky als bekannste Mitglied erkannt wird, und die als erste abstrakte Bewegung geschrieben ist.

 

 

 

EXPRESSIONISMUS IN DER ARCHITEKTUR

 

 

 

Der Begriff Expressionismus wurde bald für Architekten angewandt, obwohl expressionistischen Architektur nicht leicht zu definieren ist. In Deutschland vereinigten sich organische Jugendstil Formen mir der antiklassischen vereinfachen Richtung der Industriebauten auf eine Weise, die es den Architekten erlaubte, die Bauformen mit ihren kreativen Willen expressiv durchzugesalten. Sie zielten auf jene gesamhafte Umsetzung einer persönlichen Idee in ein Werk.

 

Als Verfahren dieser Ideologie finder man der Werbund, eine Vereinigung von Künstlern, Fabrikanten und Kulturschaffenden, mit dem Hauptziel, deutsche Produkte zu verbessern. Bekannt davon sind die Bauten von Peter Behrens, wie z.B. die AEG Turbinenfabrik in Berlin, in Glas und Stahl erbaut.

 

Diese Gedankenlinie folgte auch die Amsterdamer Schule und die so genannte “Gruppe Wendingen”, die eine Beziehung absoluter Kontinuität zur traditonellen Stadt herzustellen sucht. Durch die Anwendung eines raffinierten, aus plastisch geformten Baukörpern und Klinker gebaute Strukturen erreichen die Wohnviertel von Michel de Klerk ein irreal anmutendes Aussehen, in einem Versuch eine Utopische Gestalt zu verleihen. Zu diesem Stil gehören auch die Werken von Kramer und Dudock, die auch stark von der Architektur Frank Lloyd Wrights geprägt waren.

 

Dies fuhrte dazu, daß in den Jahren 1920-30 eine eklektisch zusammengesetzte Stömung bestand, die den teknologischen Metaphern von Le Corbusier und der “Avantgarde des Schweigens” von Mies van der Rohe eine Kontinuität mir den im Deutschland der Jahrhundertwende blühenden spätromantischen Erfahrungen entgegenhält. Vor allen Hans Poelzing verkündet eine von den Tendezen der Neuen Sachlichkeit unabhängige Richtung. Sein Großes Spielhaus in Berlin mit dem mittelalterlichen Strenge seiner Außenschicht und dem szenischen Regen falscher Stalaktiten in Innenraum liegen auf der Linie der expressionischtischen Theatralik.

 

Aber der bekannteste Architekt des deutschen Expressionismus wurde Erich Mendelsohn sein. Mendelsohn stand im Kontakt mit den Künstlern des “Blauen Reiters” und zeichenete eine Reihe phantantischer Architektur, die offenschichtlich von der expressionistichen Malerei angeregt wurde. Ergebnis dieses Experimentierens ist der Einsteinturm in Potsdam. Die von den neuen wissenschaftlichen Theorien ausgehende Beeinflussung schlägt sich auf eine fließende und durchgestaltene Architekturplastik nieder, die sich in einem antropomorphen dynamischen Ungestüm von Boden abhebt.

 


FRITZ HÖGER

 

 

Johann Fiedrich Höger wird am 12. Juni 1877 zu Beckenreihe, in der Nähe von Elmhorn in Schleswig-Holstein, geboren. Sein Vater ist Zimmermann und Landarbeiter und stammt aus einer holländischen Deichbauerfamilie. Mit achtzehn Jahren beguinnt Fritz eine Zimmerer und Mauerlehre in Elmhorn, wo er die Gesellenprüfung ablegt. Von 1897 bis 1899 besucht er die Baugewerbeschule in Hamburg und finanziert seine Ausbildung durch eigene Arbeit. Nach dem Militärdienst bei den Eisenbahnpionieren, wurde er als Zeichner in einem der bedeutesten Architekturbüros Hamburgs, bei Lundt und Knallmorgen. Obwohl er kein Studienabschluß hat, übernimmt Höger seine ersten Aufträge und seine Interessen gehen schon bald in Richtung eines monumentalen Architektur mir stark regionalen Akzenten.

 

1908 bietet sich mit der Planung der Mönkerbergstraße, einer neuen Straße in der 1842 durch eine Großbrand völlig verwündesten Altstadt, eine für Högers Karriere wichtige Gelegenheit. Zwischen 1910 und 1914 ist Höger Anhänger von Thesen der Heitmatschutzbewegung, eine Bewegung zum Schutz der Traditonen regionaler Kulturen in der Nähe des Deutschen Werbunds. Nach dem Bau von dem Rappolthaus und dem Klopperhaus, zwei wichtige Handelhäuser in Hamburg, kann es in der Nachkriegszeit zu einem Stillstand in seiner beruflichen Tätigkeit, bis er das Chilehaus in 1924 eingeweiht, was ihn in der ganzen Welt bekannt machen wurde. Danach bekam er meherere wichtige Aufträge wie die Parfümfabrik Scherk in Berlin 1927, die Reetsma Zigarretenfabrik in Hamburg 28 oder das Rathaus Wilhelmshaven- Rüstringen 1929.

Als 1933 Hitler an die Macht kommt, hegt Höger die Hoffnung des Nationalsozialismus werde ihn zum Baumeister des dritten Reiches küren. Jedoch sind “der Geist der Gotik” und die “zum betrachbaren Bild gemachte Angst”, die viele seiner Bauten durchdringen, unvereinbar mit dem akademischen Klassizismus, der dorischen Säulen eines Troost und eines Speers als die wahren Metaphern der Staatraison unvereinbar. Auch seine in der nordischen Tradition verwurzelten Backsteinbauten entsprechen nicht Hitlers Erwartungen. Deshalb sind die Aufträge der dreißiger Jahre in der Tat vorwiegend Entwürfe für Einfamilienhäuser.

 

Nach dem Krieg plant der Architekt den Wiederaufbau von Elmhorn, die Gestaltung des Lübecker Markplatzes und hält einige Vorträge über den Wiederaufbau der Krieg zerstören Städte.

 

 Er stirbt in Bad Segeberg, am 21. Juni 1949.

 


CHILEHAUS

 

 

Im östlichen Teil des historischen Zentrums gelegen ist der Bauplatz des Chilehauses ursprünglich mit dicht gedrängt stehenden Häusern mit Holzbalkenanlagen, ohne Innenhöfe und ohne Hygieneeinrichtungen verbaut. Die Häuser stehen an engen und gewundenen Gassen mit Gefälle zur Elbe. Dorthin werden periodisch Abfälle und Abwässer entleert. Aufgrund dieser Schlechte hygienischen Zustände und der hohen Bebaungsdichte wird das Viertel von der Choleraepidemie im Jahre 1892 heimgesucht. Sie fordete 10.000 Tote. Die Verwaltung beschließt, das Gebiet zu sanieren und läßt um 1910 die alten baufälligen Häuser abreißen.

 

Die Reste diese sogennanten “Gängeviertels” werden 1921 versteigert. Herr Brarens Sloman, ein Hamburger Industrieller, ser seit über 30 Jahren Salpeter herstellt und aus Chile exportiert, verfügt in der Inflationszeit über ausländische Währung im überfluß und erwibt das Grundstück.

 

Der Bauplatz besteht aus großen, von zwei Straßen begrentzten, Parzellen, auf denen das Chilehauses entstehen soll. Sloman schreibt für den Bau des neuen Sitzes seiner Reederei einen Wettbewerb aus. Dieser Teil bestand aus zwei unregelmäßig geformten Grundstücken (2400 m2 und 3100 m2), die von der Fischerweite durchquert und von zwei im spitzen Winkel zusammentreffenden Straßen begrenz werden.

 

Das Pojekt Högers, den der Auftrag zugesprochen wurden, sieht eine intensive Ausnutzung der Grundstücksfläche durch eine extrem kompakten Baublock vor. Höger überbaut auch eine Querstraße, die die Parzellen teilt. Mit der Verkehrlösung befaßt sich Fritz Schumacher. Er ändert den alten Straßenverlauf, vergrößert den Platz im Anschluß an das spitze Eckelement des Gebäudes und hebt so die Ansicht des “Schiffbugs” hervor.

 

Nördlich davon zog Höger später dem Sprinkenhof hoch, an den Zusammenstoß von Niedern- und Burchardstraße entstand der Mollenhof und südlich des Chilehauses hat Gerson das Ballinhaus errichtet.

 

Trotz der großen Schwierigkeiten der Inflaktionszeit wird das Chilehauses nach zwei Jahren getan. Für Höger ist es eine Art mitteralterliche Baustelle, auf der alle beteiligten begeistert mitarbeiten. Seine Ideologie der werkliche Auffasung der Arbeit, seine Sehnsuch nach der Handwerkzeit und seine Kenntnisse ser Baumeisterschaft halfen ihm auch so eine Zeit zu gelingen.

 

Als das Chilehaus in Februar 1924 nach zweijähriger Bauzeit seiner Bestimmung übergeben wurde, galt es als “größtes Geschäftshauses ser Elbhansestadt und “Markstein ihrer Baugeschichte”.

 

Auf einer Grudfläche von 5950 Quadratmeter erhob es sich auf 18000 laufenden Metern Rammpfählen mit einer Gesamtfläche von 36.000 Quadratmetern. Der Erdaushub hatte 20.000 Kubikmeter betragen; man hatte 750 Güterwagen von Zement, 30.000 Kubikmeter Kies, 16.000 Tonnen Rundeisen, 900.000 Deckenholsteine, 4,8 Millionen Ziegelsteine und 3,5 Kilometer Dachrinnen aus Zinkbleich verarbeiten. Den Bau durchzogen 15 km Rohrleirungen, 2500 Fernster gaben den Büroräumen Licht und neun Temperaturfugen hatten ein Auseinanderreißen des hochwachsendes Baublockes zu verhindern.

 

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Die bizarre Form des Chilehauses wird allgemein der unglücklichen Grundstücksbeschaffenheit zugeschrieben, wie zum Beispiel die scharfe Burglinie zum Deichtorplatz hin, durch die beiderseits angelegten Vorziehungen entlang der Burchardstraße und Pumpen wie eine Klinge von einem  Heft eingefaßt. In schnurgerader Flucht läuft es dann in Zuge der Burchardstraße bis zum Burchardplatz und setzt sich abwinckelnd in die Niedernstraße fort. Zum Meßberg hin ist es dagegen ein weites Schwiegen und Buchten, da dadurch besonders espressiv wird, daß da wo sich der Platz des Meßbergs öffnet, die Vorziehung aussetzt und nur die Führungslinie bleibt, die sich an der Spitze so energisch vorstellt. In Wirklichkeit schuf Höfer sich jedoch seine Komplikationen selbst, z.B. ist die schwigende Linie der Südfassade seine ureigene Entscheidung.

 

Die markente Ostecke am Zusammenfluß von Burchardstraße und Pumpen ließ Betrachter von Anfang an einen riesigen Dampfer denken, wie auch die an Schiffdecken gemahenden Staffelgeschosse oder die wie eine Galionsfigur wirkende Plastik eines Kondors, des chilenischen Wappenvogels, am Bug. Diese wirkende Ecke, die an die mitteralterliche Katedrale erinnert und als himmelhochstrebende Senkrechte beschrieben wurde, wurde grotesk forgesetzt durch die vorspringende Ecke des obersten Balkon und des Daches und wird sofort das Wahrzeichen Hamburg und als Reklam benutzt.

 

Jedoch ergaben bauhistorische Untersuchungen überdies, daß Höger mehr als ein Dutzend Anträge an die Baupolizei stellte, um vom ursprünglichen Bebauungsplan abweichen und unter anderen die (eignetlich stumpfe) Ecke des Baukörpers auf ihre dramatische Wirkung hin zuspitzen zu können. Während Höger behauptete, der Urentwurf des Chilehauses sei in einem Anfall genialer Spontaneitäat an einen einzigen Sonntagvormittag entstanden, war der Plannungsprozeß eher “langsam und mühselig” verlaufen.

 

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   Außerdem hatte Hamburgs Oberbaudirektor Fritz Schumacher seinen Architektur kollegen durch stadtplanerische Eingriffe entgegenarbeitet: Schumacher korrigierte den Straßenplan, schuf den kleinen Platz vor dem Burg, beseitge andere Spitze Winkel im Kontorhauswinkel und machte so das Chiolehaus einmalig.

 

Im Ansicht kann man verschiedene Höhe beobachten, über dem als Sockel erstandenen Arkadengeschoß sind es hier sieben, bei den vorgezogenen Ausbauten fünf Stockwerke, doch zwischen deren abschließenden Kranzgesinns und dem Hauptgesinns liegt ein zurückgestufter Aufsatz, und die gleiche treppenartige Versetzung wiederholt sich über den Hauptgesinn. Diese Trepppung setzte Höger statt eines Sattel- oder Mansardendaches. Es gestattete ihm nicht nur eine bessere Raumnutzung, sondern der Bau bleibt dadurch architektonische ausschließlich in Stein, und durch die Mehrung der horizontalen Linien gewann er stärkere Bindung des Vertikales, zugleich Bezug auf Straße und Platz.

 

In Högers Worte:

im kleinachsigen Einzelrhytmus liegt auch der Hauptwesenzug der künstlerischen Qualitäat des Chilehauses. Nur durch den kleinschsigen Einzelrhytmus werden die durch unendlich viele Fenster gänzlich aufgelösten Fronten in der Verkürzung wieder zu ruhigen Flächen, und diese geschlossen ergeben wieder den monumentalen Körper. Wie groß die Wiederkehr der einmal als gut erkannten und angestzten Einheit ist , mag man daraus am besten bemessen, daß das Haus nicht weniger als 2800 Fenster von gleichen Maß hat.

 

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Die Wirkung des Körpers beruht aber nicht zu wenigsten auch in der Materialwirkung, Die Vormauerung der sämtlichen Fronten ist im Oldenburger Klinker ausgeführt, und zwar an den Straßenfronten in verbrannten Klinker. Es mag scherzhaft klingen, Steine aus 3. Qualität sind hier verwendet, 3. Qualität deswegen, weil die Steine ein verschiedenes Aussehen haben, ser eine Stein est immer noch meht verbrannt und versintert wie sein Nachbar, der eine ist ganz rauch, der andere blank wie buckilges Glas.

 

Nach dem Erfolg des Baus flunkerte Höger Architekturkritikern vor, mit Vorbedacht Oldenburger Klinker dritter Wahl als Baumaterial ausgesucht zu haben, um den ohnehin schon durch diffizile Klinkermuster strukturierten Mauern mit diesen schiefen und krummen, mit Unregelmäßigkeitne behafteten und ausgestoßenen Steine eine zusätaliche spezifische Textur verleihen zu können. Dies wurde vom Bauherrn in das Reich der Fabel verwiesen:

 

Die Klinkermassen waren- als weit vorausschauende “Flucht in die Schachwete”- bereits ausgeschafft worden, als Höger noch gar nicht mit der Bauaufgabe betraut worden war. Auch sei der Architekt beim Anblick der Steine zunächst alles andere als begeistert gewesen:

-Was soll ich mit diesem Dreck machen?

soll Höger ausgerufen haben, ehe er en der “Knupprigkeit” dieser Ziegel eine besondere materiele Qualität endeckte, die er zu ästetische Wirkung bringen wollte.

 

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    Högers Aufmerksamkeit richtete vor allem auf den bildnerischen Effekt der Faßaden, bei denen die Dekorationsfreude des Architekten zu einzigartigen Wirkungen kommt. Das Chilehaus steht da wie eine Art “Zauberberg”, der aus einer düsteren, unbestimmten, unwirkichen Atmosphäre emportaucht. Dies ist zurückzufuhren aud die zykloplische Masse und die feinen Farbabstufungen der Schichziegelsteine, die an die Farbschattierungen in den Aquarellen eines Nolde und eines Kirchner erinnern. Jemand aht einmal im Verlauf eines Tages 50 Farbtöne beobachtet, je nach Beleuchtung und Standpunkt des Betrachters, die Reflexlichter und Schlagschatten inbegriffen. Die Ziegelpfeiler an der Außenfaßade, in zweistenigen Pfeilerverband geamuert, springen scharfkentig im 45 Grad Winkel aus der Faßade hervor. Nach jeder siebten Steinschicht sind die Ziegel parallel zur Maurfläche gedreht. Aus der Perspektive gesehen entsteht so der optische Effekt diagonaler Strahlen, eine Lösung, die Höger in späteren Werken, wie der Zigarretenfabrik Reemtsma wieder aufgeift und perfektionnniert.

 

Höger findet eine neue Interpretation für die Merkmale der “Speicherstadt” der neugotischen Stadt des 19. Jahrhunderts mit ihren Hafenspeichern und Dekors, die auf orientalischer Vorbilder zurückgreifen, während andere Lösungen ganz eindeutig den Einfluß der “Chicagoer Schule” erkennen lassen: Fenster, die zwischen Pfeilern gruppiert sind, die Lage des Sanitärblocks in der Mitte des Gebäudes und eine strenge Strukturierung des Gehäuses, die eine freie Einteilung der Innenräume mit mobilen Zwischenwände ermöglichen.

 

 Tatsächlich war eines beruhmten Architekturkriter Kommentar zu Chilehaus:

“inwieweit Höger Sullivans Wolkenkratzer kennt, weiß man nicht. Die verzweifelt verticale Abwicklung, die er hier anwendet, mit Bogen, die die Steinpfeiler unter den schmalen Gesimsen verbindet, läßt annehmen, daßer etwas von ihnen wußte, auch wenn die in Amerika zu diesem Zeitpunkt nahezu in Vergessenheit geraten waren.”

 

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Die neue Fischerweite ist etes 17 m. Breit, sie ist umgeben von Büroräumen in acht bis zehgeschossigen Bauten. Der Plan war, “nur erstklassige Räume zu schaffen. Es wurde aber bauseitig versichert, daß “die Räume in den  Staffelgeschossen” (welche das Dach vertreten) was Licht amblangt erheblich besser sind. Denn das Wesentliche an den Werke von Höger war weniger ihre Funktionalität und ihre Inhalte, sondren ihren Formensymbolik, die sich in einer Sinsibilität für das Visionäre ausdrückt, was dem konkrete Sinn für Struktur keineswegs wiederspricht.

 

Die große Bedeutung der Form können wir auch in seiner Fassaden sehen, und in ihrem “Horror Vacui”, der auf Mauertexturendes mittleren Orients verweist und die in ein Arabenwerk, ein Art Bühenbild verwandelt. Dazu gibt auch Motive der Gotik, die Höger als das Richtige Deutsche hiel, oder die hanseatische Motive der Arkade.

Sofort nach seiner Bau wird das Chile haus von Baedecker als Ziel für Touristen empfohlen und zum Symbol erhoben für das unternehmerische Leistungsvermögen der Hamburger, während der schwierigen Zeit der Inflaktion. Die großen Zeitschriften der damaligen Zeit veröffentlichen Fotos des Bauwerks. Einige Dichter widmen ihm enthusiastische Hymnen. Einstimmig wird das Chilehaus als interessantestes Beispiel eines Bürogebäudes der expressionistischen Architektur eingeordnet.

 

 

 

Höger selbst stellte das Gebäude als Symbol des deutschen Volkes:

“Das Chilehaus, ist das, was unser Volk sein sollte. Eins ist es deutsch und eine starke Einheit, ein ein mütiges Ganzes, jede der vieltausend unzähligen Einheiten der Mauersteine geht einmütig zusammen mit den vielen anderen Einheiten zu Gesamteinheiten zu Gesamteinheit.”

 

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Von den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges bleibt das Chilehaus wie durch ein Wunder verschont. Und in der Nachkriegszeit wurde das Gebäude um Im- un Ausland als das wargenommen, was es wohl für die meisten von Anfang an gewesen ist: als “Perle expressionistischer Baukunst” und “ Symbol für Hamburgs Welthandel”. Es erschien auf Margarinenbilf und Briefmarke, als Leserzeichen eine Architekturverlags und sogar als Motiv einer Weihnachtskarte. Als Baudenkmal, von den ursprüngllichen ideologischen Implikationen abgelöst, wurde das Chilehaus zu einem Symbol hamburgischer Architektur und seine Form zu einer mitunter kopierten Ikone. Beispiele finden wir am Chilehaus of Talinn, ein Wohngebäude am Pärum-Boulevard erbaut 1935 von Robert Natus, am Modell eines Verwaltunsgebäude für die Versicherungsgesellschaft Deutscher Ring (1993),oder am Bürohaus auf der Kehrwiederspitze Hamburg(1996), mit einem bugähnlichen Spitze.

 

Alle diese Beispile zeigen, daß die Architektur des Chilehauses nach 75 Jahre noch aktuell bleibt in Hamburg, eine Stadt, wo die hanseatischen Tradition immer wichtig gewesen ist.


 

 

BIBLIOGRAPHIE

 

 

 

 

Über Expressionismus:

 

 

1-     Lexikon der Kunstile

Georg Westermann Verlag 1970

 

 

 

Über Fritz Höger und das Chilehaus:

 

 

2-     Piergiacomo Bucciarelli

Fritz Höger

Hanseatischer Baumeister 1877-1949

Viceversa Verlag 1992

 

3-     Piergiacomo Bucciarelli

      Fritz Höger

 Der Norddeutsche Backstein Architekt (Vortrag)

      Wilhelmshaven 1994

 

4-     Alfred Kamphausen

Der Baumeister Fritz Höger

          Karl Wacholtz Verlag 1972

 

5-     Kai- Uwe Scholz

      Der Architekt Fritz Höger

      Ed. Fliehkraft 1997

     

6-  Wasmuths Monatshefte für Baukunst 1924


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